Geschichte des Roten Kreuzes

Natürlich hat sich in jedem Land, in welchem eine Rotkreuzgesellschaft etabliert ist, die Organisation etwas unterschiedlich entwickelt. Hier werde ich versuchen vor allem auf das Österreichische Rote Kreuz einzugehen.



  • 8. Mai 1828 Geburtstag J. Henry Dunant
  • Wie schon oben erwähnt, fand die schreckliche Schlacht bei Solferino am 24. Juni 1859 statt, bei welcher Henry Dunant zufällig Zeuge wurde. Bereits 1862, erschien das authentische Werk "Eine Erinnerung an Solferino", mit welcher Dunant auf die Schrecken des Krieges hinwies.
  • Ein weiteres Jahr später, am 17. Februar 1863 wurde das "Komitee der Fünf" gegründet, das spätere IKRK.
  • Am 26. Oktober 1863 fand die 1. Genfer Konvention statt und am 22. August des folgenden Jahres wurde das 1. Genfer Abkommen zum Schutze der verwundeten Soldaten am Felde von zwölf Staaten unterzeichnet.
  • Bereits 1868 fand in Genf die 2. Internationale Rotkreuzkonferenz statt, bei welcher Henry Dunant auf Grund seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde.
  • Auch Österreich erkannte sehr bald, wie notwendig es wäre, effektive Hilfe zu organisieren, und so wurde 1880 die "Österreichische Gesellschaft vom Rothen Kreuz" (1) gegründet, wobei Kaiser Franz Joseph das Protektorat übernahm. Bereits zu dieser Zeit zählte die Gesellschaft über 150.000 Mitglieder in den Monarchiestaaten.
  • 1884 wurde die 3. Internationale Rotkreuzkonferenz in Genf abgehalten.
  • Etwa ab 1890 richtete die Österreichische Gesellschaft ihre Ziele auch auf außerkriegerische Ereignisse, bei denen Hilfe gebraucht wurde, so waren die ersten Einsätze dieser Art bei gewaltigen Wildbachverheerungen in Tirol und Vorarlberg, sowie bei katastrophalen Überschwemmungen in Böhmen, Mähren und Niederösterreich. Die dabei gezeigten Leistungen und der beispielhafte Idealismus verhalfen der "Österreichischen Gesellschaft vom Rothen Kreuz" zum Durchbruch.
  • Im Jahre 1901 erhielt Henry Dunant für sein Lebenswerk den 1. Friedensnobelpreis, weitere folgten (2).
  • 1906 fand eine Revision und Weiterentwicklung des Genfer Abkommens statt
  • Das 2. Genfer Abkommen wurde am 18. Oktober 1907 unterzeichnet, als Anpassung an den Seekrieg.
  • Henry Dunant verstirbt am 30. Oktober 1910 in Heiden/Schweiz.
  • Während des 1. Weltkrieges standen die freiwilligen Helfer der "Österreichischen Gesellschaft vom Rothen Kreuz" vier Jahre lang voll im Einsatz. In der Zwischenkriegszeit bemühte sich die Organisation zunächst um Schwerstverwundete und Heimkehrer, später vor allem um Arme, Alte und Kranke.
  • Am 5. Mai 1919 wurde die "Liga der Rotkreuzgesellschaft" (ab 1991 "Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung") gegründet.
  • Das 3. Genfer Abkommen zum Schutze der Kriegsgefangenen wurde am 27. Juli 1929 unterzeichnet.
  • 1938 wurde die "Österreichische Gesellschaft vom Rothen Kreuz" dem "Deutschen Roten Kreuz" eingegliedert. Nach Ende des 2. Weltkrieges setzte die Hilfstätigkeit sofort wieder ein. Die Betreuung von Heimkehrern und Kriegsgefangenen und die Bemühungen um Flüchtlinge und die notleidende Bevölkerung stand zu diesem Zeitpunkt im Vordergrund.
  • 1939-45 setzte das Deutsche Rote Kreuz im 2. Weltkrieg rund 800.000 Ärzte, Krankenschwestern, Helferinnen und Helfer (3) in der Verwundetenhilfe, der sozialen Betreuung der Truppen und der Gefangenen, sowie der Hilfeleistung für die durch Kriegsgeschehen betroffene Zivilbevölkerung ein.
  • Am 12. August 1949 wurden die 4. Genfer Abkommen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten unterzeichnet, zugleich fand eine Neufassung der ersten drei Abkommen statt (4).
  • 1956 hatte die "Österreichische Gesellschaft vom Rothen Kreuz" eine weitere große Bewährungsprobe zu bestehen, als 180.000 Ungarnflüchtlinge zu versorgen waren.
  • 1965 wurden bei der XX. Rotkreuzkonferenz in Wien die sieben Rotkreuzgrundsätze verkündet (5).
  • Im Jahre 1970 erfolgte eine grundlegende Satzungsüberarbeitung und die Bezeichnungsänderung in "Österreichisches Rotes Kreuz".
  • 1977 wurden die vier Genfer Abkommen durch zwei Zusatzprotokolle (das 1. Zusatzprotokoll bezieht sich auf internationale bewaffnete Konflikte, das 2. auf nichtinternationale bewaffnete Konflikte) ergänzt.
  • 1986 wurden die Statuten der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung neu verfasst.
  • 1992 Beginn der Hilfsaktion "Nachbar in Not".
  • 1994 Beschluss des ÖRK-Leitbildes durch den Arbeitsausschuss des ÖRK.
  • 1997 Überarbeitung der ÖRK-Satzungen.
  • 2005 wurden die vier Genfer Abkommen um das dritte Zusatzprotokoll erweitert (völkerrechtliche Anerkennung des Roten Kristalls)


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